Maler Hermann Buß präsentiert bundesweit einmalige Arbeit zum Jubiläum 850 Jahre Kloster Loccum

14.12.2012 15:00

Der eigens für die Johanneskapelle des Kloster Loccum angefertigt Bilderzyklus wird erstmals öffentlich gezeigt.

LOCCUM. Meer, die Nordseeküste, Inseln, Schiffe und Häfen, dazwischen Menschen – das sind die wesentlichen Motive in den überwiegend großformatigen Gemälden des Norder Malers Hermann Buß. Für die Johanneskapelle des Kloster Loccum fertigte Buß nun einen Bilderzyklus an und bleibt dabei seinen Kernmotiven treu. Mauern, Steine die Ruine der alten Luccaburg, Wasser und der Mensch. Buß verarbeitet Ansichten, die in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Kloster und seiner Geschichte stehen. Speziell der Sandstein der Stiftskirche und die Anmutung der historischen Klostermauer sind zentrale Motive.

 

„Diese Arbeit von Hermann Buß schafft eine gelungene Verbindung zu der bereits vorhandenen Kunst des Klosters und ist gleichzeitig auch ein moderner Spiegel.“ Freut sich Abt Horst Hirschler.

Rund 80.000 Euro hat der Zyklus aus vier großformatigen Bildern gekostet. Finanziert wurde die Summe durch die Evangelisch Lutherische Landeskirche Hannovers, die Bruderhilfe PAX Familienfürsorge, die Evangelische Kreditgenossenschaft Kassel, die Evangelische Darlehensgenossenschaft, die Nord LB und zahlreiche private Spenden.

 

 „Das Ergebnis“, so die Kunstexpertin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Dr. Julia Helmke, „ist bundesweit einmalig. Hier wurde ein kompletter Kirchenraum der zeitgenössischen Kunst gewidmet.“

 

Die vier Bilder zeigen unterschiedliche Szenen in denen das Kloster und seine Umgebung eine zentrale Rolle spielen. Ebenfalls im Mittelpunkt aller Arbeiten in der Johanneskappelle ist ein Mauerfragment. Einmal versperrt es aufrecht stehend den Weg ein anderes mal scheint es auf dem Wasser liegend, den Eindruck zu schwimmen.

Dabei geht es dem Künstler Buß nicht um eine eindeutig verständliche Bildsprache. „Ich würde mir wünschen, dass die Besucher des Klosters nicht über die Bilder nachdenken, sondern mit den Bildern über sich selbst. Das ich als zentrales Motiv eine Mauer gewählt habe, liegt daran, dass unser ganzes Leben von Mauern geprägt ist. Mal schützen sie, mal versperren sie, mal überwinden wir sie und mal scheitern wir an ihnen.“

 

Morgen wird die Johanneskappelle im Kloster Loccum mit den neuen Gemälden offiziell eröffnet. Die Veranstaltung beginnt um 15.00 Uhr mit einer Andacht in der Stiftskirche des Klosters.

 

Hermann Buß wurde 1951 in Neermoor-Kolonie geboren. Nach dem Abitur studierte Buß  an der Universität Oldenburg, mit dem Schwerpunkt Kunstpädagogik. Zwischenzeitlich fuhr er zur See. Nach seinem Studium arbeitete Hermann Buß zunächst als Lehrer. Seit 1976 lebt Hermann Buß in Norden und ist dort als freier Künstler tätig. 1985 erhielt er das Schwalenberg- Stipendium des Landesverbandes Westfalen-Lippe.

Seit 1978 waren seine Werke in zahlreichen Ausstellungen zu sehen. Zudem fertigte Buß viele Altarbilder und Plakate, wie beispielsweise das Altarretabel für die Inselkirche Langeoog (1990), das Plakat für Evang. Missionswerk Deutschland "1492-1992 Was gibt es zu feiern?" (1992), das Altarretabel für die klassizistische Kirche in Warzen (bei Hannover) (1998) oder die Bilderreihe für den Kanzelkorb der Klosterkirche in Oldenstadt/Uelzen (2006).

Durch diese Werke und weitere Auftragsarbeiten gehört Hermann Buß zu den Künstlern, die besonders eng mit der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers verbunden.

 

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